Was kostet ein Webshop?

Für einen Webshop sollten Sie zwischen rund 8.000 € - und bis zu 200.000 € budgetieren. Es kommt darauf an...

Ein Webshop kann sowohl ein sehr individuelles Produkt mit vielen Sonderfunktionen und Schnittstellen aber auch eine Standardanwendung mit fertigen Funktionen aus dem "Baukasten" des jeweiligen Shopherstellers sein. Dementsprechend unterschiedlich sind die Initial- und Folgekosten.

Warum ist die Preisspanne so hoch?

Sie können davon ausgehen, dass Sie schon für rund 8.000 € ein fertiges, komplett lauffähiges System bekommen dass eine Fülle an Funktionen besitzt und nach wenigen Tagen einsatzbereit ist.
Oder aber auch 50.000 bis über 200.000 € für eine hochangepasste individuelle Lösung ausgeben müssen, da Sie spezielle Anforderungen haben was Schnittstellen, Funktionen, Design und Workflow angeht.

Gehen Sie wie beim Neuwagenkauf vor

Um es anschaulich zu machen kann man ein Projekt gut mit einem Neuwagenkauf vergleichen. Auch was die Kosten angeht.  
Bevor eine Agentur die Kosten auch nur ungefähr berechnen kann, muss Sie wissen was Sie benötigen. Stellen Sie sich das auch wie beim Neuwagenkauf vor. Ein seriöser Verkäufer kann ihnen kein Auto kalkulieren oder verkaufen bis er nicht weiß was Sie benötigen, welchen Einsatzzweck und Ansprüche (Sonderausstattung) Sie haben. Das ist auch bei einem Webshop-Projekt so. Ihre Anforderungen stehen im Vordergrund.

Anforderungen definieren

Sie sollten zunächst alle Wünsche und Anforderungen an den Webshop ermitteln und in einem "Lastenheft" zusammenschreiben. Das ist quasi Ihr "Wunschzettel".  
In einem (oder mehreren Gesprächen) mit der Agenturer wird man aus den Wünschen dann konkrete Umsetzungsanforderungen formulieren. Professionelle Agenturen werden nicht nur ein Shopsystem im Auge haben, sondern aus 2-3 unterschiedlichen Systemen auswählen können. Sie werden sich schließlich bei einer KFZ-Entscheidung auch nicht nur ein Auto anschauen sondern unterschiedliche Hersteller vergleichen.

Auswahlprozess System und Agentur

Am Ende des Prozesses werden Sie vermutlich einen Kompromiss zwischen individueller Funktionalität und einem Baukastensystem und damit völlig unterschiedlicher Kosten eingehen müssen, denn ein System das alle Anforderungen zu einem Spottpreis erfüllt gibt es nicht.
Jedes System hat Stärken und Schwächen und eine Art von Kernkompetenz.  
Die Aufgabe der Agentur ist es, gemeinsam mit Ihnen das richtige System auszuwählen, offen und transparent. Dazu gehört es auch ganz klar zu erklären wo die Schwächen und Grenzen eines Systems sind.

Was sind die größten Kostentreiber

Sobald man von den Standardfunktionen der Shopsoftware abweichen will oder muss wird’s teuer. Dabei ist nicht nur entscheidend ob eine Funktion in einer Shopsoftware vorhanden ist, sondern auch wie genau sie funktioniert und was sie macht. So gibt es z.B. große Unterschiede wie ein Wunschzettel oder Gutscheine in einem Shop funktionieren, auch wenn jedes Shopsystem diese Funktionen anbietet. Prüfen sie daher genau was genau Sie benötigen.

Liste der größten Kostentreiber

  •     Individuelle Konzeption
  •     Individuelles Design
  •     Eigene Schnittstellen zu ERP/Wawi Systemen
  •     Besondere Preisberechnungen und Rabatte
  •     Sehr individuelle Artikelinformationen
  •     Internationalisierung
  •     Datenexporte zu nicht gängigen Systemen (Marktplätze, Affiliate, etc.)

Lizenzkosten: Welche Modelle gibt es

  • Kostenfreie Basislizenz (CE) ohne Herstellersupport
  • Mittleres Preismodell (PE), ca. 1.500 - 3.000 € einmalig
  • Enterprise Lösung (EE): Größter Funktionsumfang, ausgelegt auf sehr viele Produkte (>100.000) und Bestellungen/Tag. Kosten ab ca. 20.000 €

Hinweis: Viele Hersteller ändern ihr Lizenzmodell derzeit auf monatliche Mietkosten (SAAS, Cloud-Lösungen). Wählen Sie nur das Lizenzmodell das aktuell am Besten zu Ihnen passt. Upgrades sind später immer möglich.

Förderungen und Fördergelder

Nutzen Sie die diversen, von Bund und Ländern angebotenen Förderprogramme zur Digitalisierung!  

Es werden bis zu 50% ihrer Investitionssummen gefördert, ohne das eine Rückzahlung fällig wird. Das schnellste und einfachste Programm dazu ist "go-digital", dass von autorisierten Internet-Agenturen für Sie beantragt werden kann. Sie müssen nicht in Vorleistung gehen. 

Wie hoch sind die monatlichen Kosten?

1. Lizenzkosten
Je nachdem, ob Sie eine Kauf- oder Mietlösung wählen haben Sie Kosten von 0,- EUR bei einer Kauflizenz oder ab ca. 30,- EUR für eine Cloud/Mietlösung. Rechnen Sie jedoch mit ca. 150,- bis 400,- €, da in der Regel noch Module/Plugins hinzukommen. Ggf. kommt noch eine Umsatzbeteiligung hinzu. Hostingkosten entfallen bei Cloud-lösungen.

 

2. Wartungs- und Supportkosten
Rechnen Sie je nach gewählten Anbieter mit mindestens 100,- EUR/Monat ab dem 2.Jahr.

 

3. Hostingkosten
Für kleinere Systeme können Sie mit 30,-  bis 100,- EUR je Monat auf einem professionell betriebenen Server rechnen. Für eigene, dedizierte Server ab ca. 150,- EUR/Monat

 

4. Payment Provider
Payment Provider rechnen oft transanktionsbasiert ab und verlangen je nach Vertrag zwischen 1,5% und 3% Transaktionsgebühr

 

5.  SEO/SEA (Onlinemarketing)
In der Regel kommt kein Shop ohne eine weitreichende Vermarktung aus. Die Vermarktungsmöglichkeiten sind unglaublich vielfältig (SEO, SEA, Affiliate, Markplätze, E-Mail Marketing, Re-Marketing, …). Es ist schlichtweg unmöglich hierfür sinnvolle Kosten anzugeben, da dies am Marketingmix, der Branche sowie dem jeweiligen Anspruch liegt.
Sie sollten jedoch mit mindestens 2.000€/Monat kalkulieren.

6. Agenturkosten
Viele Agenturen schließen gerne monatliche Wartungsverträge ab, bei denen eine definierte Stundenanzahl für Updates, Weiterentwicklung, Beratung etc. vereinbart werden. Dies ist jedoch nicht immer ein Muss, sorgt aber für kalkulierbare Kosten.

Autor

Andreas Schütt

- Seit 2007 Geschäftsführer der Münchner E-Commerce-Agentur bieringonline Media Agentur GmbH
- Dozent und Prüfer für Medienfachwirte bei der IHK München und Oberbayern


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